Die Seychellen, ein Inselstaat im Indischen Ozean, waren vor ihrer Entdeckung durch die Portugiesen im 16. Jahrhundert vermutlich den Arabern bereits bekannt. Eine Besiedlung der Inselgruppe erfolgte allerdings erst im 18. Jahrhundert durch die Franzosen, die Pflanzer und Sklaven mitbrachten und erste Niederlassungen gründeten. In der Folgezeit kam es zwischen den Kolonialmächten Frankreich und England zum Konflikt um die Inselgruppe, aus der die Briten schließlich mit der Eroberung der Seychellen siegreich hervorgingen. Gemäß dem Vertrag von Paris aus dem Jahre 1814 wurden die Inseln von Mauritius aus verwaltet, ab 1903 als eigenständige britische Kronkolonie geführt.
Nach Einführung einer Volksvertretung im Jahre 1948 und zweier Parteigründungen 1964/65, der Seychelles People’s United Party und der Seychelles Democratic Party, begann das Streben nach Unabhängigkeit von der britischen Kolonialmacht.
Ersten freien Wahlen folgte 1975 zunächst das Erhalten einer inneren Selbstverwaltung, ab 1976 schließlich die vollständige Unabhängigkeit unter Staatspräsident James Mancham, der die Inselgruppe als Republik regierte. Bereits ein Jahr später übernahm France-Albert René durch einen Staatsstreich die Führung, und etablierte einen sozialistisch orientierten Staat mit einem Einparteiensystem, der inzwischen umbenannten Seychelles People’s Progressive Front. Bis 2001, auch nach der erneuten Einführung eines Mehrparteiensystems im Jahre 1991, wurde René im Amt bestätigt, bis er 2004 zugunsten seines Nachfolgers James Alix Michel, bisher Vizepräsident des Landes, abtrat. Dessen Präsidentschaft wurde in den Wahlen von 2006 bestätigt.