Seychellen Politik und WirtschaftTravelingWorld.de55
Die Inselgruppe der Seychellen wird als präsidiale Republik im Rahmen des Commonwealth seit 2004 vom Staatspräsidenten James Alix Michel geführt, dessen Amtszeit nach der Verfassung von 1993 bis 2011 andauert. Neben der Regierungspartei spielt die Seychelles National Party eine Rolle im politischen System des Inselstaates. Das Parlament, die National Assembly, umfasst derzeit 34 Sitze, wovon 25 Abgeordnete direkt gewählt, 9 nach Stimmenverhältnis bestimmt werden. Die direkte Wahl des Präsidenten, der als Oberkommandierender der Streitkräfte und Regierungschef die Ernennung der Mitglieder des Parlaments vornimmt, erfolgt getrennt von der Abgeordnetenhauswahl alle fünf Jahre.
Die Seychellen unterliegen einer Zentralverwaltung mit der Einteilung in 25 Bezirke. Ferner ist der Inselstaat Mitglied in den Vereinten Nationen, Commonwealth und der Afrikanischen Union, darüber hinaus in weiteren Wirtschaftsverbänden, wie zum Beispiel dem Common Market of Eastern and Southern Africa (COMESA).
Die Bevölkerung des Landes ist als überaus heterogen zu bezeichnen.
Neben den Kreolen, Nachkommen der französischen Siedler, finden sich Afroamerikaner, Inder, Briten und Chinesen. Über 95 % der Einwohner sprechen kreolisch, darüber hinaus wird sich des Französischen und Englischen bedient. Die römisch-katholische Kirche ist mit über 90 % stärkste religiöse Gemeinschaft, daneben gibt es Protestanten, Hindi und Moslems. Die Alphabetisierungsrate ist mit über 93 % eine der höchsten Afrikas.
Das Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2005 betrug rund 720 Mio. USD, wobei der Tourismus eindeutig als stärkster Wirtschaftzweig auszumachen ist. Rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung ist inzwischen in diesem Sektor tätig, insbesondere im Dienstleistungsgewerbe und der Hotelbranche.
Als landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Kokosnüsse, Maniok, Jams, Gemüse, Tee, Tabak und Vanille zu nennen, für den Eigenbedarf auch Zuckerrohr und Bananen. Eine weitere wichtige Rolle nimmt auch der Export von Fischereiprodukten ein. Einige Nahrungsmittel, Mineralöl und Industriewaren müssen aufgrund der hohen Anzahl an Touristen importiert werden. Haupthandelspartner sind Frankreich, USA und Pakistan, Australien und einige afrikanische Staaten.